Vor dem Katzenkauf

Manchmal ist es schneller passiert, als man eigentlich möchte. Man ist plötzlich Katzenhalter (oder Dosenöffner, alles eine Frage der Sicht auf die Dinge). Irgendjemand erzählte oder zeigte kleine süße Kätzchen und schon wurde man überredet, diesen doch ein Zuhause zu geben. Oder der Partner, die Kinder sehen süße kleine Kätzchen, zum Beispiel sogar Birma-Kitten und schnell ist man überredet.

Zu einer Rassekatze wie der Heiligen Birma Katze kommt man meist nicht ganz so schnell, denn diese werden dann doch meist für teures Geld beim Züchter gekauft. Da sind Spontankäufe doch eher selten. Aber die Entscheidung, sich nach einem Birma-Kitten umzusehen, wird manchmal dennoch vorschnell getroffen.

Der Nachteil an zu viel Spontanität ist aber, dass dies zu Lasten des Stubentigers geht. Da hat man sich nicht genügend über die Rasse informiert, doch den zeitlichen Aufwand unterschätzt. Oder man hängt doch mehr an seiner Inneneinrichtung, als man zuvor gedacht hätte.

Die Anschaffung eines Haustiers, gleich ob Hund, Katze, Hamster, Fisch oder Vogel, sollte immer gut durchdacht werden. Und zwar von allen in der Familie.

Eine Katze ist eine Entscheidung für mehr als ein Jahrzehnt!

Bedenken sollte man nicht nur die kurzfristigen Auswirkungen einer Tierhaltung (Neuanschaffungen, Geldausgaben, Umräumen in der Wohnung, Platz für Schlafplätze und Kratzbaum schaffen), sondern eben auch, dass man sich meist für viele Jahre bindet und Verantwortung übernimmt. Und eben auch so lange Zeit haben muss und eben auch Dosen kaufen. Und das für mehr als ein Jahrzehnt!

Jedes Tier und gerade Katzen, benötigen dauernde Pflege, Aufmerksamkeit und Zuwendung. Natürlich gibt es von Tier zu Tier, von Rasse zu Rasse, von Katze zu Katze große Unterschiede beim (zeitlichen) Aufwand, unterschätzen sollte man ihn aber nie, auch nicht, wenn ein Tier als besonders pflegeleicht bekannt ist. Den die meisten Hinweise auf Charakter und Wesen betreffen eben immer die gesamte Rasse, nicht das individuelle Tier.

Katzen kosten Geld

Und Tiere kosten auch Geld. Selbst ein Tier aus dem Tierheim kostet meist eine Schutzgebühr und wenn der Nachbar nicht gerade sehr froh darüber ist, überzählige Kitten loszuwerden, kosten auch solche bei der Anschaffung Geld. Und wenn nicht dann, dann spätestens, wenn ein solch kleines Fellbündel Fressen brauch oder auch entwurmt werden muss.

Bei Katzen kommt dann noch dazu, dass dies meist doch sehr soziale Wesen sind, die man daher auch besser nicht alleine halten sollte. Sie brauen einen Artgenossen an ihrer Seite. Und schon hat man nicht eine Katze, sondern zwei Katzen im Haus.

Vor der Entscheidung für eine Katze zu klären – Checkliste

Ist im Mietvertrag womöglich die Katzenhaltung verboten? Zwar darf dies nicht mehr generell verboten werden, man sollte die Katze aber nicht heimlich anschaffen oder gar gegen den ausdrücklichen Willen des Vermieters anschaffen. Das gibt nur Stress für alle.

Ein Haustier lebt meist doch sehr lange. Wer sich mit 30 eine Birma-Katze, eine andere Katze oder auch einen Hund anschafft, darf damit rechnen, diese auch noch zu haben, wenn man selbst 40 ist, vielleicht sogar mit 45. Die Katze kommt, um zu bleiben und zwar als Familienmitglied für 10 bis 18 Jahre, manchmal sogar länger, je nach Lebenserwartung und Gesundheitszustand.

Hat man überhaupt genug Zeit für ein Familienmitglied wie eine Katze, oder sogar zwei Katzen? Klar, Gassi gehen entfällt. Dennoch muss man spielen, schmusen, mehr putzen und aufräumen als vorher und einige Rassen auch intensiv bürsten und pflegen.

Wohin kommt die Katze(n), wenn man selbst weg muss? Ist man nur einen Tag oder über Nacht weg, reicht es, wenn ein Nachbar nach den Katzen sieht, das Katzenklo leert und frisches Wasser und Fressen hinstellt. Bei längerer Abwesenheit müssen die Katzen aber liebevoll betreut werden. Wer niemanden hat, muss dann Geld für eine Katzenpension in die Hände nehmen. Bei einem zwei Woche dauernden Urlaub ein kleiner Batzen Geld. Und man muss sich zusätzlich zur Urlaubspanung eben auch drum kümmern!

Überhaupt kosten Katzen Geld, Zeit und Nerven. Sie machen Dreck und sie verbreiten Gerüche. Zum einen ist da das Katzenklo und zum anderen kann gerade Katzenfutter aus der Dose durchaus auch eher speziell riechen.

Katzen hinterlassen Spuren. Die einen sind größere Tollpatsche als andere, aber fast alle verlieren zum Beispiel Haare. Und nicht jede Katze nutzt nur den Kratzbaum. Sondern gerne eben auch Tapten oder Ledersofa (falls vorhanden). Mit Katzen und anderen Tieren sehen Wohnungen meist nie so ganz propper aus.

Katzen werden auch alt und krank. Auch dann müssen sie umsorgt, geliebt und gepflegt werden. Und da haben sie als Familienmitglied auch ein Recht darauf.

Sind alle in der Familie einverstanden? Oder gibt es womöglich jemanden mit einer Katzenallergie? Das ist wie mit dem Vermieter. Natürlich kann man sich eine Katze auch anschaffen, wenn der Partner dagegen ist. Gut für die Beziehung ist es nicht. Was ok ist, ist, wenn man sich eine Katze anschafft, aber zum Beispiel die 18jährige Tochter, die im nächsten Sommer eh zum Studieren das Haus verlässt, mit Katzen nichts anfangen kann. So lange sie nicht allergisch reagiert, muss man darauf nicht unbedingt Rücksicht nehmen.

Und, immer noch bereit für eine Katze? Das ist schön.